CDU und FDP möchten Fahrradkäfig am Bahnhof digital nachrüsten

11. September 2026

Der bestehende Fahrradkäfig am Bahnhof Sehnde soll digital nutzbar werden. Ohne neues Millionenprojekt, ohne komplizierte Einzelplatzverwaltung und ohne dauerhafte Zuschüsse aus dem Stadthaushalt. CDU und FDP haben dazu gemeinsam einen Antrag für den Rat der Stadt Sehnde erarbeitet. Der Antrag wurde am 11. September 2026 eingereicht.

Ziel ist eine einfache Zugangslösung für Tages- und Dauernutzer. Wer einen Platz benötigt, soll den Zugang per Smartphone buchen und bezahlen können. Die Tür öffnet sich anschließend beispielsweise mit einem persönlichen QR-Code oder einem zeitlich begrenzten PIN. Im Käfig bleibt die freie Platzwahl erhalten.

Erarbeitet wurde der Antrag partei- und fraktionsübergreifend von Dr. Marco Schinze-Gerber, Vorsitzender der CDU Sehnde und Bürgermeister-Kandidat, sowie Matthias Digwa, Vorsitzender der FDP Sehnde und Ratskandidat. Beide haben im Vorfeld Anbieter angesprochen, Preise recherchiert, verschiedene Modelle verglichen und die voraussichtlichen Investitions- und Betriebskosten kalkuliert.

Vorhandene Anlage nutzen statt neu planen

CDU und FDP setzen bewusst auf den vorhandenen Fahrradkäfig. Die technische Nachrüstung soll höchstens 8.500 Euro kosten. Die Verwaltung soll innerhalb von acht Wochen nach einem entsprechenden Ratsbeschluss, spätestens im Dezember 2026, mindestens zwei vergleichbare Gesamtangebote einholen.

„Wir haben uns die Technik, die Anbieter und vor allem die Kosten vorher genau angesehen“, erläutert Dr. Schinze-Gerber. „Der Fahrradkäfig steht bereits da. Eine digitale Zugangslösung ist technisch überschaubar. Jetzt geht es darum, belastbare Angebote einzuholen und zu prüfen, ob unsere Kalkulation trägt. So sollte aus unserer Sicht mit kommunalem Geld umgegangen werden: erst Bedarf und Folgekosten prüfen, dann entscheiden.“

Nach den bisherigen Sondierungen ist für die Nachrüstung keine Digitalisierung der einzelnen Stellplätze nötig. Benötigt werden vor allem eine elektronische Türsteuerung, ein Bedienterminal, Stromanschluss und Verkabelung sowie die Software für Buchung und Bezahlung.

Preise recherchiert, Modelle durchgerechnet

Dr. Marco Schinze-Gerber und Matthias Digwa haben für den Antrag unterschiedliche Betreiber- und Plattformmodelle untersucht. Dabei zeigten sich erhebliche Unterschiede bei den laufenden Kosten.

Für ein Full-Service-Modell wurde bei der Sondierung ein Betrag von etwa 800 Euro monatlich genannt. Bei der Zahl der vorhandenen Stellplätze wäre es kaum realistisch, diese Summe dauerhaft über Nutzungsentgelte zu finanzieren.

Deutlich günstiger erscheint nach den bisherigen Recherchen ein digitales Plattformmodell. Für ein solches System wurde eine Größenordnung von rund 1.500 Euro für die Einrichtung und etwa 68 Euro monatlich für die Software genannt. Hinzu kommen Terminal, Türtechnik, Montage, Stromanschluss und weitere technische Arbeiten. Auch diese Positionen haben Dr. Marco Schinze-Gerber und Digwa überschlägig kalkuliert. Daraus ergibt sich die im Antrag festgelegte Obergrenze von 8.500 Euro.

„Wir haben nicht einfach eine Idee aufgeschrieben und schicken jetzt die Verwaltung auf die Suche“, erklärt Digwa. „Wir haben Anbieter sondiert, Preise abgefragt und gerechnet. Unsere Zahlen sind keine Garantie, aber sie zeigen, dass eine Lösung in dieser Größenordnung realistisch sein kann. Jetzt brauchen wir verbindliche Angebote.“

Betrieb soll sich selbst finanzieren

Ein zentraler Punkt des gemeinsamen Antrags ist die Wirtschaftlichkeit. Die laufenden Kosten für Software, Hosting, Support, Zahlungsabwicklung, Mobilfunk, Strom und Wartung sollen vollständig durch die Nutzungsentgelte gedeckt werden. Auch die Investition selbst soll sich innerhalb von höchstens fünf Jahren amortisieren.

Die Verwaltung soll auf Grundlage der verbindlichen Angebote ein Tarifmodell für Tages- und Dauernutzer berechnen. Dabei darf keine theoretische Vollauslastung unterstellt werden. Entscheidend ist eine realistische Nutzung des bestehenden Fahrradkäfigs.

Für Dr. Schinze-Gerber ist diese Rechnung Voraussetzung für die Umsetzung: „Eine Investition endet nicht mit dem Kauf. Gerade bei digitalen Lösungen müssen wir die laufenden Kosten von Anfang an mitdenken. Wenn die Anlage sich bei realistischen Nutzerzahlen trägt, haben wir eine einfache und vernünftige Lösung.“

Erfüllt mindestens eines der eingeholten Angebote die technischen Anforderungen, bleibt unter der Kostenobergrenze von 8.500 Euro, deckt seine laufenden Kosten und amortisiert sich innerhalb von fünf Jahren, soll die Verwaltung die Umsetzung einleiten. Falls kein Angebot diese Bedingungen erfüllt, soll der zuständige Fachausschuss entscheiden. Weitere allgemeine Markt- oder Machbarkeitsstudien sehen CDU und FDP in diesem Fall nicht vor.

Digwa verbindet den Antrag zum Schluss mit einer Spitze in Richtung rot-grün des mit Blick auf das inzwischen gestoppte Fahrradparkhaus: „Für uns ist das keine neue Erkenntnis. Wir haben schon vor dem gescheiterten Fahrradparkhaus gesagt, dass man erst rechnen und dann bauen sollte. Jetzt zeigen wir, wie es auch gehen kann: vorhandene Infrastruktur nutzen, Technik nachrüsten, Kosten begrenzen. Für ein sicheres Fahrrad braucht es eben kein ausuferndes Millionenprojekt.“

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